Präventionskonzept der HTS

Die Hermann-Tast-Schule als Ort einer ganzheitlichen Bildung sieht sich auch im Bereich Prävention der Aufgabe der sensiblen Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit der jungen Menschen verpflichtet, gerade wenn es darum geht, zu erkennen, welche Präventionsmaßnahmen im Rahmen einer verantwortungsvollen Pädagogik aus dem gesellschaftlichen Kontext des hic et nunc erforderlich erscheinen.

Gewalt- und Suchprävention sind zwar immer noch die beiden Schwerpunktthemen in unserer jahrelangen Präventionsarbeit, sie haben sich allerdings innerhalb der letzten Jahre – entsprechend der gesellschaftlichen Entwicklung - ausdifferenziert, vor allem, was den Bereich der Neuen Medien anbelangt, deren tatsächliche Folgen für die junge Generation derzeit von der Medienwirkungsforschung nur vermutet werden können.

Wesentlich für uns als Lernort Schule war und ist allerdings in allen Bereichen die Kooperation mit außerschulischen Institutionen. Traditionell erfahren z.B. im Rahmen der Kooperation mit der Polizei Schülerinnen und Schüler der achten Klassen ein Deeskalationstraining zur Stärkung ihres Selbstbewusstseins und ihrer Selbstwahrnehmung, aber auch ihrer Wahrnehmung von Mitmenschen in Notsituationen. Um auch hier den Aktualitätsbezug zu wahren, bietet die Polizei zusätzlich für die siebenten Klassen eine Präventionseinheit zum Thema Cybermobbing an. Dass an dieser Stelle eine fließende Grenze zur Medienpädagogik stattfindet, ist evident. Unser medienpädagogisches Konzept für die fünften Klassen, in dessen Mittelpunkt der von den Eltern, aber auch älteren SchülerInnen mitgestaltete Medientag selbst steht, soll einen angemessenen Umgang mit den neuen Medien vermitteln und auf mögliche Gefahren frühzeitig hinweisen.

Was den Bereich der Suchtprävention anbelangt, findet eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachklinikum Bredstedt statt, wodurch es Schülerinnen und Schülern am Ende der Mittelstufe ermöglicht wird, im Rahmen einer Exkursion in die Fachkliniken, mit Suchtkranken im Rahmen ihrer Therapie ins Gespräch zu kommen und sich mit deren vita auseinanderzusetzen. Dass sich Suchterkrankungen heute neben Alkohol- und Drogensucht auch auf den Bereich der Spiel- und Internetsucht beziehen, zeigt gerade jungen Menschen den fließenden Übergang zwischen exzessiver Nutzung und Sucht auf.

Ein weiter und bisher letzter Baustein wird den Bereich der Prävention noch ergänzen: Schon in den siebenten Klassen wird „Gesundheit“ und „gesundes Leben“ im Gegenzug zu medial vermitteltem Schlankheitswahn zu thematisieren sein, vor allem angesichts der gerade an den Gymnasien alarmierenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen mit Essstörungen.

Christiane Flachsenberg, Präventionsbeauftragte der HTS